Querdenker, Egoist, Perfektionist oder gute Seele? Sei du selbst und habe Spaß daran! - Teil 2 von 3

14.02.2012

Abhängigkeit in der Partnerschaft
Voneinander abhängig sein, ist ein ganz normales gesellschaftliches Phänomen. Deshalb haben sich Menschen zusammengetan, um von den jeweiligen Talenten und Vorzügen der anderen zu profitieren und so kann ein für alle positives Geben und Nehmen entstehen. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe ist ein gutes Gefühl. Gleiches gilt für Partnerschaften. 
Häufig schleicht sich hier aber ein Verhalten aus Kindheitstagen ein. Es wird der Versuch gemacht, sich durch erwünschtes Verhalten Liebe zu verdienen. Fragen Sie sich einmal ehrlich: Verhalten Sie sich und handeln Sie im Sinne Ihres Partners, um seine Liebe zu erhalten? Oder verhalten Sie sich nach Ihrem Sinn und werden dafür geliebt?

Teilen und leben Sie beispielsweise Ihre sexuellen Fantasien? Probieren Sie etwas Neues aus, wenn Ihnen danach ist? Oder trauen Sie sich nicht, weil Ihr Partner das nicht gut heißen könnte oder weil sich so etwas möglicherweise einfach nicht gehört? Der fehlende Mut, über solche Themen zu sprechen kann unerwünschte Folgen haben. Ein Seitensprung oder generelle Lustlosigkeit können das Resultat sein, wobei dem Partner insgeheim oft noch die Schuld gegeben wird. Wollen Sie das? Will das Ihr Partner? Wünschen Sie sich eine Beziehung, die auf Offenheit und Ehrlichkeit beruht? Falls ja, wie offen und ehrlich sind Sie in Ihrer Beziehung? Seien Sie selbst die Veränderung, die Sie sich wünschen! 

Die meisten Menschen wünschen sich, von Ihrem Partner so geliebt zu werden, wie Sie sind. Aber sind wir selbst eigentlich dazu in der Lage? Lieben Sie sich so wie sie sind? Stehen Sie beispielsweise zu Ihren Rundungen, den Haaren, kurz Ihrem ganzen Erscheinungsbild? Oder haben Sie das Gefühl, gut aussehen zu müssen, um für Ihren Partner begehrenswert zu sein?  Wenn Sie sich so wie Sie sind akzeptieren und begehrenswert fühlen, reicht das allein völlig aus. Dann bringen Sie das Selbstbewusstsein mit, welches eine Ausstrahlung erzeugt, der niemand widerstehen kann. Falls dem nicht so ist, fangen Sie erst damit an, sich selbst zu akzeptieren und wertzuschätzen bevor Sie sich das von jemand anderem wünschen. Denn diese Selbstakzeptanz kann Ihnen niemand anderes abnehmen oder ersetzen. 

 „Ein Schritt zu deinem eig'nen Herzen ist ein Schritt zu dem Geliebten.“ (Rumi, Das Lied der Liebe) 

Bereit zur Veränderung?
Wenn wir also zu authentischen, gesunden Verhaltensformen finden wollen, gilt vor allem eines: Machen Sie sich selbst zum Chef in Ihrem Leben. Das bedeutet, dass weder Ihre Kollegen noch Ihre Kinder noch sonst wer ein Problem in Ihrem Leben darstellen sollten. Wenn Sie ein Problem haben, dann sind Sie immer ein wesentlicher bzw. der wesentliche Teil dieses Problems. Diese Erkenntnis hat einen großen Vorteil: Wenn wir selbst das Problem sind, können wir es auch bei uns lösen. Nicht die Dinge sind unsere Probleme, sondern das, was wir von ihnen halten bzw. unsere Einstellung zu ihnen.

Doch ist es so leicht seine Einstellung zu verändern?
Nein. Wir sind Gewohnheitstiere und Veränderungen bedürfen immer der Anstrengung. Aber ohne Veränderung und Anstrengung gibt es keinerlei Entwicklung! Und hier kommt die gute Nachricht: Um uns zu verändern, brauchen wir nicht wie die Löwen gegen unsere Gewohnheiten und Fehler anzukämpfen. Im Gegenteil, wir profitieren davon, wenn wir uns mit unseren Fehlern lieben und akzeptieren! Dadurch entsteht Kraft und der nötige innere Abstand, über sich zu lachen, zu experimentieren und das ein oder andere Mal anders als gewohnt zu handeln.
Und auch die anderen haben einen Vorteil von unserer liebevollen Einstellung uns selbst gegenüber: Je mehr wir uns mit unseren Fehlern lieben und akzeptieren, umso nachsichtiger gehen wir auch mit den Fehlern um, die andere machen. Die Art, wie wir mit anderen umgehen hat weniger mit unseren Gefühlen ihnen gegenüber zu tun, als vielmehr damit was wir uns selbst gegenüber fühlen. Wenn wir aus alten Verhaltensmustern ausbrechen und uns neue, gesündere Reaktionsweisen in unserem Leben aneignen wollen, dann wird es eine Lernkurve geben und keine Lerngerade :).

Und eines ist sicher: Wir haben die Fähigkeit uns zu verändern. Unser Gehirn ist mit einer fantastischen Plastizität ausgestattet, die uns befähigt unser Verhalten aufgrund von Erfahrungen an jede Bedingung anzupassen. Wir haben alle die Anlagen zur Flexibilität, Verspieltheit und Experimentierfreude in uns - lassen wir sie leben!

„Um zu werden, wie man sein will, muss man erst sein wollen, wie man ist.“ (Andreas Tenzer)

Weiterlesen - Teil 3 von 3

Filme, Buchtipps, Songs & Übungen

Zurück

Einen Kommentar schreiben