Querdenker, Egoist, Perfektionist oder gute Seele? Sei du selbst und habe Spaß daran! - Teil 3 von 3

23.02.2012

Die Wenn-Dann Klausel und der Perfektionismus
Kinder wachsen mit einer „Wenn-Dann“- Klausel auf. „Wenn du gute Noten nach Hause bringst, dann bin ich stolz auf dich. Wenn du im Haushalt hilfst, dann bekommst du eine Belohnung.“
Wir haben gelernt Gutes zu tun und nett zu sein, damit wir Anerkennung erhalten. Damit lernen wir, dass wir anerkannt und geschätzt werden, wenn wir das tun, was erwünscht ist. Dann scheinen wir wertvoll zu sein. Unser Wert misst sich also an unserer Erwünschtheit. Und damit müssen wir ständig Anstrengungen auf uns nehmen und oft unsere wahren Bedürfnisse verleugnen, um etwas wert zu sein. 
Aber wir wollen, dass niemand davon erfährt. Wir sorgen uns um das Bild, das wir in den Augen anderer Leute abgeben. Der Ängstliche in uns möchte vermeiden, dass andere Leute unsere Befürchtung, anderen nicht ausreichen zu können, unsere heimlichen Minderwertigkeitsgefühle, entdecken. Deshalb versuchen wir lieber einem Bild zu entsprechen, von dem wir glauben, dass andere es sehen wollen. Wir versuchen so perfekt wie möglich zu sein. Und zwar in allem, was wir tun: im Beruf und in der Freizeit – die perfekte Mutter mit dem perfekten Ehemann, den perfekten Kindern und dem perfekten Job. Maximiere deinen Nutzen! Immer! Mach das Beste aus deinem Studium, wähle den interessantesten Urlaubsort, bereite das perfekte Essen zu. Weil alle dem Mainstream folgen – schnelles Studium, Auslandsaufenthalt, zahlreiche Praktika –, werden alle immer ähnlicher, und keiner hebt sich mehr ab. 
Wir sind die ganze Zeit damit beschäftigt, uns zu perfektionieren und mit allen gleich schnell oder schneller zu schwimmen, um uns und den anderen zu beweisen, was wir Wert sind. Doch die Spitze ist immer schmal und das bedeutet, dass es auf diese Weise nur Wenigen gelingen kann, sich als Gewinner auf ganzer Linie darzustellen und zu fühlen. Und selbst diejenigen, denen es gelingt, zahlen häufig einen hohen Preis dafür, denn solch ein Leben ist anstrengend. 

Wäre es da nicht einfacher, sich durch seine Individualität zu behaupten? Seinen Wert nicht in Perfektion, sondern Individualität zu suchen. Und damit meine ich nicht eine Individualität, die sich zu jedem Preis von den anderen abheben will, sondern eine Individualität, die sich ganz von alleine daraus ergibt, dass Sie sich Ihr Leben so einrichten, wie es Ihnen entspricht. Leben Sie Ihr Leben? Oder leben Sie das Leben, dass alle glauben leben zu müssen? 

"Vergeuden Sie nicht Ihre Zeit damit, das Leben eines anderen zu leben." (Steve Jobs)

Mut zum Querdenker!
Nicht umsonst stammt von Shakespeare die Aussage: „Deinem Selbst bleibe treu.“ Aber was genau meint er damit? Unabhängigkeit ist sehr wichtig für die Selbstentfaltung. Entfalten Sie sich und tun Sie worauf Sie Lust haben. Ihre Eltern, Freunde und sogar Ihr Partner müssen nicht von all Ihren Vorhaben und Plänen begeistert sein! Suchen Sie nicht angestrengt nach Zuspruch von Menschen, die gegen Ihre Vorhaben oder Ansichten sind. Entwickeln Sie den Mut, auch mal als Querdenker oder Egoist aufzutreten. Haben wir nicht alle schon mal einen Menschen als Querdenker oder Egoisten erlebt, den wir grundsätzlich lieben? Und haben diese Momente unsere Liebe für die betreffende Person ausgelöscht? Wenn wir Menschen wirklich schätzen und respektieren, kommen wir auch mit ihren Ecken und Kanten zurecht und häufig wird dadurch der Umgang mit Ihnen erst interessant. Oder haben Sie sich jemals für einen Ja-Sager begeistern können? Je authentischer wir uns geben, je mehr wir wirklich wir selbst sind, desto eher stellen andere Menschen etwas Ungewöhnliches, Merkwürdiges und Interessantes an uns fest.

"Das Gegenteil von Mut in unserer Gesellschaft ist nicht Feigheit, sondern Anpassung." (Absolute Beginner)

"Jedenfalls ist es besser ein eckiges Etwas zu sein, als ein rundes Nichts." (Friedrich Hebbel)

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