Querdenker, Egoist, Perfektionist oder gute Seele? Sei du selbst und habe Spaß daran! - Teil 1 von 3

06.02.2012

Gute Seele oder Egoist?
Sie sind die gute Seele und Ihre Freunde und Familie können sich auf Sie verlassen? Ihre eigenen Wünsche zu äußern, fällt Ihnen aber nicht ganz so leicht? Machen Sie häufig etwas für andere und sagen vielleicht ein paar Mal zu oft ja, obwohl Sie eigentlich lieber nein sagen wollten? Beispielsweise sagen Sie zu einem Treffen zu, obwohl Sie eigentlich lieber in der Badewanne entspannt hätten. Oder Sie lassen sich immer wieder überreden einen anderen (Kino-)film zu schauen als Sie eigentlich vor hatten? All das wären Hinweise auf den starken Wunsch in Ihnen, von Ihren Mitmenschen geschätzt und geliebt zu werden. Das ist auch vollkommen in Ordnung, bloß sollten wir uns selbst genauso sehr wertschätzen und lieben wie die anderen. Kennen Sie den Satz: Liebe die anderen wie Dich selbst. Hier wird ein Gleichgewicht zum Ausdruck gebracht. Sich selbst und die anderen in gleicher Weise lieben. Ist das bei Ihnen so? Kümmern Sie sich genauso um Ihre eigenen Bedürfnissen oder fällt es Ihnen leichter anderen das zu geben, was sie brauchen?  

Warum sind die Menschen in diesem Punkt unterschiedlich? Warum gibt es auf der einen Seite einige, die mehr an sich denken als an die anderen und auf der anderen Seite andere, welche sich selbst lieber in den Hintergrund stellen?

Abhängigkeit von Kindheit an
Als Baby sind wir noch voll und ganz auf unsere eigenen Bedürfnisse ausgerichtet, wir schreien und fordern ein was wir brauchen, ohne Rücksicht. Doch das ändert sich schnell mit der Zeit, denn wir lernen, den Eltern zu gefallen. Wir lernen, wie wir uns zu verhalten haben, um unseren Eltern Freude zu bereiten. Denn dafür erhalten wir Anerkennung, Liebe und Wärme - unsere seelische Nahrung. Wir passen uns ihnen an und finden heraus, was wir tun müssen, damit unsere Bedürfnisse gestillt werden.
Unser Verhalten ist also ein gelerntes Verhalten und besonders, wenn Sie sich selbst meist hinten anstellen, lässt sich vermuten, dass Sätze wie: „Sei bescheiden, nimm Dich nicht zu ernst, sei hilfsbereit und lieb“ in Ihrer Erziehung eine Rolle gespielt haben. Dafür müssen diese Sätze nicht einmal explizit ausgesprochen worden sein. Es reicht, wenn Sie für braves Verhalten gelobt und besonders geliebt wurden und für eigenwilliges Verhalten getadelt wurden.

Kennen Sie ein anderes Wort für ein unterwürfiges Kind? Wohl erzogen. Diese wohlerzogenen Kinder werden dann oft zu Erwachsenen, die ihre Gedanken und Gefühle, welche unerwünscht sein könnten, unterdrücken und  nur äußern, was sich gefahrlos sagen lässt. Der Scheinwerfer unserer Aufmerksamkeit ist dabei meist stärker nach außen gerichtet, auf das fokussiert, was von uns erwartet wird, was bei anderen gut ankommen würde, und nicht so sehr darauf, was unseren Bedürfnissen eigentlich entsprechen würde. Dabei sind wir keineswegs nur am Wohlergehen der anderen interessiert. Nein, wir lernen Menschen zu gefallen, wir lernen so zu sein, wie andere Menschen uns brauchen, damit wir das bekommen, was wir wollen, und sei es die Anerkennung und die Liebe der anderen. So machen wir uns von anderen abhängig und bekommen das Gefühl, dass wir ohne die Anerkennung und Liebe anderer nicht existieren können.

Sich nach dem Alphabet anderer zu buchstabieren ist auf Dauer kräftezehrend und mit viel Stress verbunden. Die Krönung des Ganzen ist dann noch, wenn uns trotz aller Anstrengungen die wohlverdiente Liebe und Anerkennung verwehrt bleibt. In diesen Fällen verwandelt sich die anfängliche Zuneigung ganz schnell in Ärger und wir werfen den anderen Undankbarkeit vor. 
Aber nicht die anderen sind schuld an diesem Dilemma: Wir sind keine von den Eltern abhängigen Kinder mehr. Wir sind selbständig und für unser Leben allein verantwortlich. Wir allein wissen, was wir brauchen und könnten es uns in vielen Fällen viel einfacher selbst geben, als den Umweg zu nehmen, es zunächst anderen Recht zu machen, damit diese dann unsere Bedürfnisse befriedigen.

"One is loved because one is loved. No reason is needed for loving." (Paulo Coelho - The Alchemist)

Übersetzung: Geliebt wird man, weil man geliebt wird. Um zu lieben bedarf es keines Grundes.

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