Träume- Botschaften aus dem Unterbewusstsein oder Datenmüll - Teil 1 von 3

01.12.2012

Warum träumen wir? Warum sehen wir Bilder und hören Geräusche während wir eigentlich schlafen? Manche Menschen erinnern sich oft an lebendige Träume, andere schwören, dass sie sich gar nicht daran erinnern können überhaupt geträumt zu haben. Manche Leute träumen in schwarz weiß, die meisten Menschen jedoch in Farbe. Wie auch immer, eine Sache steht fest: Jeder träumt. Schon als Baby produziert unser Gehirn ständig Träume während unser Körper eigentlich ruht. Aber was genau sind Träume und warum träumen wir? Ist Träumen eine symbolische Sprache, deren Sinn es ist, unserem Bewusstsein im Schlaf innere Weisheiten zu übermitteln? Sind Träume ein Teil des Unterbewussten, wodurch uns Nachrichten als Symbole und Bilder übermittelt werden? Oder hat doch vielleicht das Sprichwort recht, das behauptet: „Träume sind Schäume“ und damit nicht weiterer Beachtung wert? Was sagen Traumpsychologen zu diesem Thema?

 

Träume: Ausdruck verbotener Wünsche, Entwicklungshilfe für psychisches Wachstum oder bloße Datenreorganisation?

Studien haben ergeben, dass ein Mensch durchschnittlich ungefähr sechs Jahre seines Lebens mit Träumen verbringt. Das sind ca. zwei Stunden jede Nacht, ob man sich nun daran erinnert oder nicht . Wozu das Ganze also?

Einer der bedeutendsten Psychologen, Sigmund Freud, vertat die Meinung, dass Träume eine Möglichkeit für die unbewussten Bedürfnisse und Wünsche eines Menschen bieten, sich auszudrücken. Er sagte, dass jeder 'verbotene' Wünsche im Unterbewusstsein hätte und, dass wir diesen Wünschen nicht nachgeben können, weil es von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden würde. Sich solche Wünsche zu erfüllen oder sogar schon, sich ihrer bewusst zu werden, würde zu Stress und Angstzuständen auslösen, da wir uns sowohl vor anderen als auch vor uns selbst für unsere Gedanken schämen oder sogar verurteilen würden. Träume hingegen müssen vor niemandem gerechtfertigt werden, noch nicht einmal vor uns selbst. Auf diese Weise können wir unsere 'verbotenen' Wünsche im Traum erfüllen ohne uns deswegen zu schämen oder zu verurteilen. Besonders 'problematische Trauminhalte' gelangen häufig auch gar nicht in unser Tagesbewusstsein, wir erinnern sie nicht.

Carl Gustav Jung, ein Schweizer Psychologe und Lehrling von Freud, hatte die Theorie, dass Träume die Entwicklung und das psychische Wachstum jedes Einzelnen unterstützen. Er ging davon aus, dass Träume sehr spezielle, individuell zu deutende Inhalte besitzen. Damit meint er, dass jedes Bild, jede Figur, die man in einem Traum sieht, für Etwas im Inneren des Träumers steht. Er glaubte, dass der einzelne Träumer genauso die Fähigkeit besitzt, die Bedeutung seines Traums zu entschlüsseln wie ein professioneller Traumdeuter.

Die Meinungen zeitgenössischer Psychologen über Träume sind unterschiedlich. Manche glauben ähnlich wie Freud, dass Träume ein Ventil für unterdrückte Gefühle seien, die aus dem Unterbewusstsein aufsteigen und sich im Semi-Bewussten also im Traum zeigen. Andere wiederum denken, dass Träume nur sichtbare Reste von dem sind, was wir tagsüber sehen und denken - eine Art Datenreorganisation.

Einige Psychologen wiederum glauben an die Existenz verschiedener Arten von Träumen und unterschieden fünf bis 10 verschiedene Typen.

 

10 Arten von Traumtypen mit unterschiedlichen Funktionen

1. Psychologisch heilende Träume
Heilende Träume kommen nicht so häufig vor wie andere Träume, aber sie können auftreten wenn sie gebraucht werden. Es wird vermutet, dass heilende Träume aus dem Unbewussten kommen. Manchmal beschäftigen wir uns intensiv und angestrengt mit der gesundheitlichen Situation eines Familienmitglieds, von Freunden oder auch uns selber, um die Situation rational zu sehen und zu verstehen. Dann hören wir vielleicht nicht, was unsere innere Stimme uns sagen möchte. Ein heilender Traum kann unsere innere Stimme hörbar oder sichtbar machen und helfen, das Problem zu lösen. Die Bilder in einem heilenden Traum können z.B. Informationen beinhalten, die helfen, die richtigen Worte an jemanden zu richten oder den passenden Weg zur Heilung einzuschlagen.

2. Glaubens Träume
Träume haben eine zentrale Bedeutung in sämtlichen Religionen rund um unseren Globus. Lange Zeit war der Glaube weit verbreitet, dass Träume indirekte oder verschlüsselte Botschaften von Göttern und Dämonen seien. Oft wurde ihnen Weissagungs- oder Orakelcharakter zugesprochen. So glaubten Kriegsherren wie beispielsweise der persische König Xerxes (519-465 vor Christus), sie könnten ihre Schlacht nur gewinnen, wenn das Orakel im Traum zu ihnen spräche.
Eine Fülle von Glaubens-Träumen liefert auch die Bibel. Die Beispiele für im Schlaf übermittelte Botschaften und Offenbarungen aus dem Alten Testament sind vielfältig. Aufzählen lassen sich beispielsweise: die Träume der Pharaonen, des babylonischen Königs Nebukadnezar II. (605-562 vor Christus) sowie die Träume Jakobs z.B. von der Himmelsleiter und dem Landversprechen Gottes an ihn.
Aber auch Buddhas oder Muhammeds Berufung erfolgte durch einen Traum. (Vgl. http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/schlaf/traeume/index.jsp - 27.09.2012) Auf Grund dieser Funktion von Träumen in den verschiedenen Glaubensrichtungen ist Traumdeutung und Analyse ein tief verankerter Baustein der Menschheitsgeschichte geworden.

3. Problemlösende Träume
Diese Träume sind dazu da, dem Träumer eine Nachricht zu übermitteln, die ihm hilft, ein Problem im bewussten Leben zu lösen. Oft werden diese Nachrichten im Traum auch von berühmten Persönlichkeiten oder Boten überbracht. Es ist nicht selten, dass die Lösung eines Problems Menschen im Traum offenbar wird. Der Mathematiker Srinivasa Ramanujan zum Beispiel, löste mathematische Gleichungen in seinen Träumen. Albert Einstein (1879-1955)– Erfinder der Relativitätstheorie, Nobelpreisträger und Universalgenie – behauptete, dass sein gesamtes Schaffen durch folgenden Traum motiviert worden sei: Mitten in der Nacht raste er mit einem Schlitten einen Abhang hinunter und wurde immer schneller. Als er beinahe Lichtgeschwindigkeit erreicht hatte, brachen die Sterne über ihm ihr Licht in Farbspektren, die er noch nie gesehen hatte. Er habe diesen Traum sein ganzes Leben lang nicht vergessen, sagte Einstein. (Vgl. http://www.balkanforum.info/f16/beruehmte-persoenlichkeiten-geschichte-traeume-31794/ - 30.11.12)

4. Physiologische Träume
Man sagt, dass manche Träume ein direkter Ausdruck unserer (körperlichen) Bedürfnisse in der bewussten Welt sind. Wenn man zum Beispiel träumt, dass man im Schnee friert und zittert, könnte es ganz einfach bedeuten, dass es kalt ist und der Träumer gerne eine extra Decke hätte gebrauchen können.

5. Träume des Alltags
Träume, in denen bekannte Gesichter und Orte vorkommen, enthalten nicht zwangsläufig versteckte symbolische Nachrichten aus dem Unterbewusstsein. Es können auch einfach nur Reflexionen des Alltags sein. Zu dieser Art von Träumen passt Vermutung, dass Träume auch der einfachen reorganisation von Daten, die über den Tag gesammelt wurden dienen. Diese Art von Träume können auch Geschehnisse enthalten, die während wir schliefen um uns herum passieren. Ein klingelnder Wecker wird im Traum vielleicht zu einem Feueralarm oder ähnlichem uminterpretiert.

6. Kompensierende Träume
Manche Träume bringen unser Schatten-Selbst zum Ausdruck, wie es Jung bezeichnete. Das Schatten-Selbst besteht aus Impulsen und Wünschen von uns, die wir im wachen Zustand unterdrücken. Ein Beispiel für einen kompensierenden Traum könnte eine Nonne sein, die träumt, sich sexuell freizügig zu geben. Diese Art von Träume schaffen in uns einen Ausgleich indem wir hier Bedürfnisse und Emotionen ausleben können, die wir normalerweise unterdrücken.

7. Wiederkehrende Träume
Wenn Träume sich wiederholen, ist das ein Hinweis darauf, dass ein Problem in uns noch ungelöst bestehen bleibt. In diesem Falle beachten wir die Botschaft, der sich wiederholenden Träume wahrscheinlich nicht genug. Das Unterbewusstsein mag schon mehrere andere Versuche gemacht haben bevor es den sich wiederholenden Traum einsetzt, um uns auf das Problem aufmerksam zu machen oder der Lösung des Problems näher zu bringen.

8. Bewusste Träume
Solche Träume sind viel untersucht worden. In ihnen ist sich der Träumer durchaus bewusst, dass er träumt. Der Traum ist so lebendig, dass er echt erscheint, obwohl Ereignisse und Personen oft übertrieben sind. Dadurch, dass der Träumer sich darüber bewusst ist, dass er träumt, kann er oder sie den Ausgang manipulieren. Darum ist auch die Meinung verbreitet, dass diese Träume keine symbolischen Botschaften enthalten. Dennoch ermöglichen sie dem Träuenden manchmal sogar alte Muster im Traum bewußt zu durchbrechen oder neue Lösungswege im Traum schon einmal auszuprobieren.

9. Prophetische Träume
Psychische Träume können die Zukunft vorhersagen, aber nicht alle sind voraussagend. Die meisten Träume sind Reflexionen unseres Gefühlszustandes zu diesem Zeitpunkt. Dennoch gibt es Theorien, die die Existenz von vorausahnenden Träumen unterstützen. Theoretiker sagen, dass es eine seltene Fähigkeit ist, die manche Menschen besitzen, vorausahnende Träume zu haben. Die Frage, die nun aufkommt ist also, warum gibt es vorausahnende Träume?
Vielleicht ist es ein Teil unseres Überlebensinstinkts, der uns vor Ereignissen warnt, die uns bevorstehen. Zum Beispiel sah Abraham Lincoln (1809-1865) im Traum seine Ermordung voraus. Der 1860 zum Präsidenten der USA gewählte Politiker fiel 1865 einem Attentat zum Opfer. Wenige Nächte zuvor träumte er von einer Beerdigung. Da er nicht wusste, wer beerdigt wurde, fragte er im Traum einen Wachsoldaten. Dieser antwortete, dass der Präsident von einem Attentäter getötet worden sei. Lincoln erzählte den Traum seiner Frau Mary und seinem Leibwächter. Drei Tage später wurde der 16. Präsident der USA während eines Theaterbesuchs von einem fanatischen Südstaatler erschossen.
Manche sagen, dass es keine prophetischen Träume gibt. Diese werden dann als Ausdruck einfacher Vermutungen erklärt, die das Unterbewusstsein aus Informationen des bewussten Lebens nimmt, was wahrscheinlich passieren wird. Wenn das dann später ausgeführt wird, denke der Mensch, er hätte die Zukunft im Traum vorhergesagt.

10. Alpträume
Alpträume sind die emotionalsten Träume. Sie repräsentieren wichtige Probleme in unserem bewussten, wachen Leben, die das Unterbewusstsein uns durch Angst erkennen lässt. Aber viele Menschen ignorieren die Hinweise und fokussieren sich auf die Angst. Wir müssen uns daran erinnern, dass alle Träume, sogar Alpträume, vom Unterbewusstsein geplant werden um uns zu helfen.

Filme, Buchtipps, Songs & Übungen
 

Weiterlesen - Teil 2 von 3

ANKÜNDIGUNG

Im nächsten Teil erwarten Sie:

1. Träume von Blinden und die Existenz von Farben in Träumen
2. Alpträume-
10 Tips wie man mit schlechten Träumen umgeht und wie man sie sogar vermindern kann
3. Archetypen in Träumen

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Susanne V. | 23.07.2013

Ich denke dass Träume alle hier aufgezählten Möglichkeiten enthalten können. Es kommt wohl auch darauf an was wir von unseren Träumen erwarten. Über den Traum kommen wir in Kontakt mit dem Unterbewusstsein, wobei eigentlich unklar ist was das "Unterbewusstsein" eigentlich ist.

Kommentar von rainer günther | 25.11.2016

hallo,
habe in letzter zeit bemerkt das meine träume immer öffter im alltag eintreten..auch schon am nächsten tag..mal wieder etwas länger sodass ich weiß das habe ich berreits im traum erlebt...weiß aber nicht mehr wann der traum in der vergangenheit war....befasse mich erst seit ganz kurzen mit der wahrnemung meiner träume..vor allem die gefühle die mich in der traumwelt umgeben treten gerne folgend im realen leben ein...auch in verbindung mit bestimmten situationen.
habe ich eine möglichkeit diese gabe zu vertiefen ?
mfg.günther

Lieber Günther!
Auf deine Frage gibt es von mir ein klares "Ja". Du kannst Deine Traumbegabung wie jede andere Begabung definitiv weiter schulen. Und das tust Du schon, indem Du Deinen Träumen mehr Aufmerksamkeit widmest. Dazu rate ich ganz einfach auch einen Stift und ein Blatt Papier neben Dein Bett zu legen und, falls Du zwischenzeitlich kurz aufwachst, Deine Träume stichwortartig festzuhalten - spätestens aber am morgen. Tust Du das und nimmst Dir vor dem Aufstehen ein wenig Zeit, um Deinen Träume zu erinnern und vielleicht ein wenig darüber nachzudenken, wird sich Dein Traumerleben bestimmt recht bald noch intensivieren.
Falls Du noch weitergehende Tips haben möchtest, wie Du Deine Gabe ausbauen kannst, dann melde Dich einfach gerne nochmal bei mir :). Ich berate Dich gern.
In diesem Sinne erstmal gute Nacht und angenehme Träume!