Träume- Botschaften aus dem Unterbewusstsein oder Datenmüll - Teil 3 von 3

04.01.2013

Symbole und symbolische Sprache in Träumen

Von Geburt an registriert unser Gehirn Bilder, Geräusche, Gerüche, Gefühle sowie Sprache und speichert diese Informationen in unserem Gedächtnis. Wenn wir träumen, werden viele unserer persönlichen Erinnerungen in Symbolen präsentiert. Die Herausforderung besteht darin, diese Symbole so zu deuten, dass wir unsere persönliche Traumsprache verstehen. Viele nehmen zur Deutung ein Traumwörterbuch, indem Symbole nachgeschlagen werden können. Wenn wir uns in Erinnerung rufen, was wir im 2. Teil dieser Artikelreihe über Archetypen gesagt haben, kann eine Deutung auf einer allgemeingültigen Bedeutungs-Ebene auch gelingen. Manchmal müssen Symbole jedoch auf einer individuellen Ebene interpretiert werden. Man sollte nachdem man weiß, was ein Symbol im Allgemeinen bedeutet überlegen, welche individuelle Bedeutung es haben könnte bzw. was wir ganz persönlich spontan damit verbinden. Mit ein bisschen Übung werden Sie schon herausfinden, welche Interpretation angemessen ist.

Traumsymbole haben oft einen emotionalen Aspekt, welcher mit einem traumatischen oder lebensverändernden Ereignis in Verbindung steht, das die Sicht des Träumers auf sich selbst und die Welt beeinflusst hat.

Oft sind jedoch nicht nur einzelne Symbole für die Deutung eines Traumes von Bedeutung, sondern ebenso der Gesamtzusammenhang in dem sie stehen.

Schauen wir uns zum Bespiel mal diesen Traum an: "Ich bin auf der Arbeit und ein Kollege hilft mir eine Mütze aus Wolle aufzusetzen. Aus irgendeinem Grund versucht er ständig sie über meine Augen zu ziehen und so meine Sicht zu blockieren."

Die Betrachtung des Traumes könnte auch ohne einzelne Traumsymbole zu deuten dazu führen, dass der Träumer darüber nachdenkt, ob sein Mitarbeiter etwas vor ihm verbergen will, oder ob allgemein an seinem Arbeitsplatz Informationen zurückgehalten werden bzw. irgendetwas nicht offen gezeigt wird.

Schauen Sie nach Symbolen in Ihren Träumen und notieren Sie sie in einem Traumtagebuch. Achten Sie dabei aber auch auf den Gesamtkontext. Im Laufe der Zeit werden Sie ein bestimmtes Muster in Ihren Träumen erkennen, dass Ihnen hilft, die verschiedenen Symbole und letztlich Ihre Träume leichter zu deuten.

 

Träume als Weg Probleme zu lösen

Träume können helfen, unsere Probleme zu lösen. „Schlaf erstmal drüber“ scheint häufig ein guter Rat zu sein, um mit persönliche Probleme klarzukommen. Eine Studie hat herausgefunden, dass Geschehnisse nicht nur die Träume des nächsten Abends beeinflussen, sondern auch noch die Träume der darauffolgenden 6 bis 7 Tage. Träume scheinen uns zusätzliche Zeit zugeben, um uns mit problematischen Erlebnissen auseinander zu setzen, was es wiederum wahrscheinlicher macht, damit verbundene Probleme lösen zu können. Forscher haben herausgefunden, dass viele verschiedene Arten von Problemen im Traum gelöst werden – mathematische, mechanische, artistische, etc. Träume scheinen am erfolgreichsten zu sein, wenn es um Probleme geht, bei denen visuelles Vorstellen hilfreich sein kann oder für die etwas Neues erfunden werden muss.

Würden Sie Ihre Probleme gerne im Schlaf lösen? Dann versuchen Sie es doch mal bewusst mit Träumen! Mehr Informationen über konkrete Übungen dazu finden Sie unter kleine Übungen: "Träume erinnern, deuten und steuern".

 

Warum erinnern wir einige Träume und andere nicht?

Durch die Entdeckung des REM-Schlafs (Schlaf) konnte ein objektives physiologisches Korrelat des Traums nachgewiesen werden. Das heißt man konnte feststellen, wann der Mensch träumt und wann nicht. Wichtigste Ergebnisse sind: Jeder Mensch träumt, und zwar mehrmals, in Phasen von 5 bis 40 Minuten. Warum können wir uns an manche Träume aber besser erinnern als an andere und an viele überhaupt nicht?

Forscher haben herausgefunden, dass viele der Träume, die wir haben, sich mit alltäglichen Situationen beschäftigen, die nicht besonders erinnernswert zu sein scheinen. Viele Träume sind anscheinend einfach nicht spektakulär genug um herauszustechen. Genauso, wie sich die meisten Menschen auch nicht an jedes einzelne Detail aus ihrem Leben erinnern: es bleiben meist nur emotional bedeutsame Erfahrungen wirklich hängen. Das gleiche gilt für Träume: Menschen erinnern sich eher an sehr außergewöhnliche, komische, beängstigende Träume. Allerdings spielt auch die Reihenfolge der Träume eine Rolle, besonders häufig und gut werden die letzten Träume, kurz vor dem Aufwachen erinnert.

 

9 Tipps wie Sie Ihre Träume behalten - Schritt für Schritt

Schritt 1: Bevor Sie ins Bett gehen, versuchen Sie den Kopf frei zu bekommen. Zu viele Gedanken können Sie ablenken und das Erinnern Ihrer Träume am Morgen erschweren. Kaum zu glauben, aber erwiesener Maßen hilft für das Erinnerungsvermögen Ihrer Träume schon allein der eigene feste Vorsatz vor dem Einschlafen, dass man sich beim Aufwachen an seine Träume erinnern wird.

Schritt 2: Haben Sie eine reguläre Bettzeit und Aufstehzeit? Jeden Tag zur selben Zeit zu Bett zu gehen und morgens zur gleichen Zeit aufzustehen, hilft ebenfalls Träume behalten zu können.

Schritt 3: Alkohol Konsum, Medikamenteneinnahme sowie sehr fettiges Essen vor dem Zubettgehen können die Erinnerung an Träume erschweren. Meiden Sie diese Dinge also nach Möglichkeit.

Schritt 4: Wann immer Sie die Möglichkeit dazu haben, schreiben Sie Ihre Träume auf. Es genügen ein paar Stichworte. Schon das wird Ihnen helfen, Ihre Träume später zu analysieren. Günstig ist es dazu einen Stift und ein Notizbuch oder ein Diktiergerät direkt neben Ihr Bett zu leben, sodass Sie diese einfach erreichen können sobald Sie aufwachen. Auch wenn Sie nachts aufwachen, schreiben Sie einzelne Teile Ihres Traums auf oder zeichnen Sie eine schnelle Skizze von einem Traumsymbol oder einer Szene. Selbst wenn die Notizen keinen Sinn im Tageslicht machen, der Prozess wird Ihnen helfen eine Gewohnheit zur besseren Erinnerung von Träumen zu entwickeln.

Schritt 5: Wenn Sie etwas mehr Zeit haben, schreiben Sie so viele Details auf wie möglich, egal wie unwichtig sie erscheinen sollten. Vermeiden Sie Urteile über den Inhalt oder ob es Sinn ergibt. Machen Sie es zur Gewohnheit Ihre Träume als erstes aufzuschreiben. Darüber nachdenken können Sie dann später noch.

Schritt 6: Stehen Sie nicht direkt auf. Nachdem Sie von einem Traum erwachen, sondern bleiben Sie ruhig liegen, halten Ihre Augen geschlossen und bewegen Sie sich so wenig wie möglich. Wachen Sie langsam auf und bleiben Sie entspannt. Halten Sie an den Gefühlen, die Sie haben fest und lassen Sie Ihren Geist zu den Bildern Ihres Traumes zurückwandern. Waren Sie etwa frustriert, verängstig oder glücklich?

Schritt 7: Manchmal hilft es Bilder zu malen. Ein Bild sagt bekanntlich tausend Worte. Selbst wenn Sie kein Künstler sind, kann eine einfache Zeichnung Ihnen helfen, die Details Ihres Traums zu visualisieren und sich wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Schritt 8: Lernen Sie Ihre Träume mit andern zu teilen und darüber zu reden, egal wie scheinbar unwichtig sie sind. Je öfter Sie sich Ihre Träume bewusst machen und sie in die Realität bringen, desto einfacher wird es sein, sich ihrer zu erinnern.

Schritt 9: Verlieren Sie nicht den Mut! Am Anfang werden Sie sich vielleicht nur an einen Teil des Traums erinnern, aber mit viel Übung wird es leichter ganze Träume und schließlich sogar mehrere Träume einer Nacht zu behalten. Schlussendlich wird das Erinnern ganz automatisch funktionieren.

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